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Medizin-Studium in Lübeck bleibt erhalten

Die Medizinische Fakultät der Universität Lübeck ist nach wochenlangen Protesten gegen die Schließung gerettet. Schleswig-Holstein will die geplante Einsparsumme von 25 Millionen Euro durch eine Umwandlung des Kieler Leibniz-Instituts für Meereskunde in ein Institut der Helmholtz-Gemeinschaft kompensieren.

Bundesforschungsministerin Annette Schavan und Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen kündigten in Berlin an, dass das Institut dann zu 90 % vom Bund und nicht wie bisher zu 50 % vom Land finanziert wird. In der Hansestadt soll die Anzahl der Medizin-Studienplätze nicht verringert werden.

Die Medizinische Fakultät in Lübeck sei ein wichtiger Standort für Ausbildung und Forschung. Daher war es auch Bedingung, dass die Medizin-Studienplätze erhalten bleiben.

Carstensen sprach von einer Signalwirkung der Unterstützung durch den Bund für strukturschwache Länder. Er verhehle nicht, dass die Debatten um die Schließung zu Vertrauensverlust bei den Studenten und Streit zwischen den Universitäten Lübeck und Kiel geführt habe. Nun sei aber noch rechtzeitig eine Lösung gefunden worden.
„Wir sind bei der Konsolidierung unseres Haushaltes und der Sicherung der exzellenten Forschung in Schleswig-Holstein heute einen entscheidenden Schritt vorangekommen“, sagte Carstensen. Maßgabe sei gewesen, „dass man etwas Neues ins Sparpaket hineinlegen muss, wenn man etwas herausnehmen will“.
Bis 2012 soll auf der Grundlage mit dem Bund getroffenen Vereinbarung ein Konzept zur Entwicklung der Hochschule in Schleswig-Holstein entwickelt werden, kündigte Jost de Jager, Wissenschaftsminister (CDU) an. Das Konzept soll bis September vorliegen und dann dem Wissenschaftsrat übergeben werden.

Peter Dominiak, Lübecks Uni-Präsident zeigte sich erfreut über die Rettung des Medizin-Studiums und sagte, dass es dies erst nach einem Telefonat mit Carstensen und de Jager glauben konnte.

Überhaupt verhandeln konnte die Universität nur durch den Druck der Studenten. Die bereits entwickelten Sparideen sollen dennoch geprüft werden, insbesondere das Modell einer Stiftungsuni, so FDP-Fraktionsschef Wolfgang Kubicki.

Die schwarz-gelbe Koalition in Schleswig-Holstein hatte Ende Mai angekündigt, das Lübecker Medizin-Studium im Rahmen eines umfangreichen Sparpakets 2012 auslaufen zu lassen. Rund 24 Millionen Euro sollen dadurch jährlich eingespart werden. Ab 2018 sogar 26 Millionen Euro. Kritiker befürchten, dass dies das Ende der kompletten Universität bedeuten könnte.

Wiederholt gab es Protestaktionen gegen die geplante Schließung des Medizin-Studiengangs in Lübeck. Außerdem gab es in den Koalitionsfraktion Widerstand gegen die Kürzungspläne für die Lübecker Universität. Drei Abgeordnete hatten angekündigt, die Pläne nicht mittragen zu wollen. CDU und FDP haben im Parlament aber nur eine Ein-Stimmen-Mehrheit.



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