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Für die Wittener Privat-Uni besteht Hoffnung

Für 1063 Studierende und 600 Mitarbeiter der Privatuniversität Witten-Herdecke besteht in letzter Minute die Rettung. Innovationsminister Andreas Pinkwart (FDP) sagte der ''Welt am Sonntag'' am Wochenende: ''Die Universität steht in intensiven Verhandlungen mit interessierten strategischen Partnern.''

Als erste gegründete private Universität in Deutschland (1982), schien die Hochschule in dieser Woche vor dem Abgrund zu stehen. Minister Pinkwart sperrte der Universität 4,5 Millionen Euro, nachdem schon im Sommer die Düsseldorfer Unternehmensberatung Dröge nach Konflikten mit der Hochschulleitung als Geldgeber abgesprungen war. Dazu kam, dass Pinkwart aus dem Jahr 2007 drei Millionen Euro zurückforderte. Erstens habe die Universität entgegen den rechtlichen Anforderungen keinen ''verlässlichen testierten Wirtschaftsplan'' für 2009 bis 2011 vorlegen können. Und zweitens seien 2007 drei Millionen Euro zusätzlicher Einnahmen nicht angebeben worden, was den Anspruch an das Land in gleicher Höhe minderte.

Zunächst wiesen die Verantwortlichen alle Vorwürfe zurück. Doch auch die offizielle Darstellung der Universität sagt, dass über eine private Bürgschaft von 3,1 Millionen Euro fürs erste Quartal 2009 hinaus keinerlei weitere Finanzsicherheit mehr besteht. So wurde der Eindruck einer unzureichenden wirtschaftlichen Führung eher verstärkt als gemindert. Seitdem Hochschulpräsident Birger Priddat sein Amt zur Verfügung stellte, liefen viele Drähte heiß.

Als Wittener Stärken gelten die Exzellenz in der Medizin und bei den Pflegewissenschaften, das ''studium fundamentale'' für alle, die innovativen Wege in den Wirtschaftswissenschaften. Auch die Strukturen sind renovierungsbedürftig: Anders als andere Privathochschulen verfügt die Universitäts-GmbH über kein Eigenkapital, das im Ernstfall das Studium der Eingeschriebenen sichern könnte. 1995 zog die Regierung Johannes Rau eine entsprechende Sicherungsvorschrift zurück. Mit sieben Prozent liegt der Anteil der Studienbeiträge an den Einkünften der Universität nur halb so hoch wie der Anteil der Landeszuschüsse (14 Prozent). Als überhöht gilt der Vergleich der Personalarbeit der Verwaltung zu anderen Privathochschulen.

Diese Schwächen konnte bislang auch die Stiftung nicht abmildern, die seit Juni 2007 gemeinsam mit der Studierenden-Gemeinschaft die Rolle der Gesellschafter spielt. Die Studenten beschlossen zunächst scheinbar zu spät, die eigenen Studienbeiträge um 60 Prozent zu erhöhen.

Vielleicht kommt Rettung aus der Wirtschaft. Persönlichkeiten wie Berthold Beitz, Gerd Bucerius, Alfred Herrhausen und Reinhard Mohn zählten bislang zu den Förderern der Hochschule.



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