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Geplanter Studiengang Humanmedizin soll 40 Studienplätze bereitstellen

Das Konzept für die European Medical School (EMS) und somit für die Medizin-Ausbildung im Bachelor-Master-System an der Universität steht. Bei einer Informationsveranstaltung der Kommission für Hochschulentwicklungsplanung (HEP) stellte Prof. Dr. Reto Weiler es vor. Der Wissenschaftsrat wird Ende 2009, Anfang 2010 darüber befinden, ob an der Universität eine medizinische Fakultät gegründet werden kann und pro Jahr jeweils 40 Studierende im Bachelor- und Masterstudiengang Humanmedizin ausgebildet werden.

„Momentan sperrt sich die deutsche Medizin, das Studium auf Bachelor und Master umzustellen. Aber es ist unausweichlich, da es ein staatlicher Auftrag ist“, erklärte Weiler. Deshalb habe die Medizinausbildung im Bachelor- und Mastersystem, wie sie in Oldenburg angestrebt wird, deutschlandweiten Vorzeigecharakter.

Das Konzept beruht auf drei Säulen: Der Bildung einer Medizinischen Fakultät, der Gründung der European Medical School Oldenburg - Groningen (EMS) und dem Zusammenschluss der drei Oldenburger Kliniken zum Universitätsklinikum Oldenburg (UKO).

Dreh- und Angelpunkt ist die Einrichtung eines Studiengangs Humanmedizin, dessen Kernstück ein europäisches Verbundprojekt mit der Universität Groningen, der ''European Medical School Oldenburg - Groningen'' ist. Weitgehend orientiert sich das dreijährige Studium zum Bachelor of Science in Humanmedizin an dem Studiengang der Universität Groningen. Studierende können nach diesem Abschluss in Unternehmen, Krankenkassen, Verbänden und anderen Instituten des Gesundheitswesen arbeiten - allerdings nicht in ärztlicher oder arztähnlicher Tätigkeit.

Möglich ist dies erst nach drei Jahren mit den Abschluss des Masterstudiengangs Humanmedizin. Mit dem Master erlangen die Absolventen auch den niederländischen Master in Geneeskunde, d.h. durch diesen Abschluss wird über europäische Anerkennungspflichten auch die ärztliche Approbation in Deutschland erteilt.

„Es geht nicht darum, eine Medizin light in Oldenburg zu machen“, kommentierte Weiler die Möglichkeit mit dem Mastertitel auch die Approbation zu erhalten. „Die Inhalte des Bachelor- und Masterstudiengangs orientieren sich an den Vorgaben der Approbationsordnung. Das ist uns wichtig und selbstverständlich“.

Wenn der Wissenschaftsrates und das Land Niedersachsen zustimmen, verfügt die medizinische Fakultät in Oldenburg über insgesamt 21 Professuren im außerklinischen Bereich. 13 Professuren würden von den Fakultäten II und V in einer Doppelmitgliedschaft gestellt und die restlichen 8 würden aus Landesmitteln neu geschaffen. Ausgerichtet würden die Forschungsschwerpunkte nach den bereits bestehenden medizinisch-naturwissenschaftlichen Schwerpunkten der Universität. Außerdem würde ein Institut für Sozialmedizin und Versorgungsforschung gegründet werden.

Das Pius Hospital, das evangelische Krankenhaus und das Klinikum Oldenburg würden sich zusammenschließen und ein Universitätsklinikum bilden. Dessen habilitierte Mitglieder könnten dann zu professoralen Mitgliedern der Fakultät berufen werden. So würde eine Ausbildung in allen medizinischen Bereichen gesichert.

Vom gesamten Klinikbereich würde der Universitätshaushalt nicht tangiert. Das Land müsste die Kosten der Medizinischen Fakultät inklusive Forschungsausgaben, jährlich gut 5,5 Millionen €, übernehmen. Gewährleistet wäre damit, dass die Medizinausbildung und -forschung die anderen Bereiche der Universität im Hinblick auf die Kosten nicht gefährden könne. Weiler betonte bei seiner Präsentation, dass die Kosten für einen medizinischen Ausbildungsplatz zudem um nahezu ein Drittel niedriger wären als an anderen Universitäten. „Wir haben hier ein Modell gefunden, das zukunftsweisend ist“, betonte er.



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