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Sachsen will Abiturienten ins Medizin-Studium locken
Der drohende Ärztemangel steht in Sachsen ganz oben auf der Agenda. Der Landkreis und die Ärztekammer haben nun ein Netz zur Nachwuchswerbung gebildet, mit dem sie vor allem Gymnasiasten ansprechen wollen.
Künftig wird in Sachsen schon verstärkt bei Schülern um Ärztenachwuchs geworben. Dies ist ein Resultat des Netzwerktreffens „Ärzte für Sachsen“ der Sächsischen Landesärztekammer in Dresden.
Um den Ärztemangel im Freistaat entgegen zu wirken wenden sich jetzt immer häufiger die Kommunen und Kammern an Schüler. Mit dem Ziel, die Zahl der Ärzte im Land zu stabilisieren, wurde im November 2009 das Netzwerk „Ärzte für Sachsen“ gegründet. Unter den 130 Mitgliedern befinden sich unter anderem Gesundheitseinrichtungen und viele Kommunen.
Allein ein Blick auf die Informationsveranstaltungen des ersten Jahres zeigt, an welcher Stelle das Netz Prioritäten setzt. Die Vorträge bei Gymnasiasten überwogen, mit Schwerpunkt auf dem ländlichen Raum.
Der Vizepräsident der Kammer, Erik Bodenbrieck sagte, dass er den Eindruck hat, dass vor allem in dünn besiedelten Gebieten des Freistaats Landräte hilflos vor dem Problem Ärztemangel stehen. Das Netz möchte im kommenden Jahr seinen Internetauftritt ausweiten, um ein Angebot für junge Sachsen zu schaffen, die gerne nach dem Medizinstudium in ihrer Heimat bleiben wollen.
Auf der Webseite soll es Informationen zu Fördermöglichkeiten der angehenden Landärzte geben und eine Stellen-Tauschbörse für Studenten mit fortgeschrittene Ausbildung, um die Rückkehr oder den Verbleib in der Heimatregion zu erleichtern.
In einer Absolventenstudie kam das sächsische Wissenschaftsministerium kürzlich zu dem Schluss, dass sächsische Medizinstudien überdurchschnittlich oft in Sachsen bleiben. Auch Anneliese Ring machte ähnliche Erfahrungen. Sie ist Beigeordnete des Vogtlandkreises und für die Gewinnung von Ärztenachwuchs verantwortlich.
Bei dem Treffen erklärte sie, dass „die Vogtländer traditionell heimatverbunden sind“. Bei den Bemühungen um medizinischen Nachwuchs nutzt sie dies und hat somit vermehrt Informationsveranstaltungen an heimischen Gymnasien gegeben.
Ein finanzieller Anreiz hätte dann noch mal einen besonderen Erfolg. Denn das Interesse bei Schülern ist stark gestiegen, seit sich alle Kliniken des Vogtlandkreises bereit erklärt haben, bezahlte Ferienjobs, Praktikumsplätze und Famulaturen anzubieten, erklärte Anneliese Ring.
Einen weiteren Aspekt habe sie sehr enttäuscht. 22 Allgemein- und Fachärzte im Pensionsalter wurden anhand eines Fragebogens zu Möglichkeiten zur Bekämpfung des Ärztemangels befragt. Frustrierend war, dass es nur eine Rückmeldung gab.
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