Abiturbestenquote

Medizin studieren, Zahnmedizin studieren, Tiermedizin studieren - Die richtige Bewerbungsstrategie und häufig gemachte Fehler.

Luxusprobleme: Mit meinen 1,0 habe ich ja einen Medizin-Platz sicher!?

Gerade sind ja für Humanmedizin die Auswahlgrenzen in der Abiturbestenquote bei Hochschulstart veröffentlicht worden bzw. die entsprechenden Bescheide an die Bewerber verschickt worden.

20% der Studienplätze werden so verteilt. Bei der Bewerbung in der Abiturbestenquote darf man maximal 6 Unis nennen. So mancher 1,0er Bewerber dachte sich „Da gebe ich nur meine Wunschuni an und die Bewerbung ist fertig.“ Leider weit gefehlt! Der ein oder andere Bewerber hat sich verwirrt die Augen gerieben, als er einen Ablehnungsbescheid in der Hand hielt trotz 1,0er Abitur.

Für Abiturienten, die ihr Abitur z.B. in NRW absolviert haben, lag die Auswahlgrenze in der Abiturbestenquote in den letzten vier Wintersemestern jeweils bei 1,0!

Das nennt man auch den Grenzrang, bei dem bei Ranggleichheit gelost wird. Heißt also im Klartext, dass es aktuell in 14 von 16 Bundesländern leider zu viele 1,0er Bewerber in der Abiturbestenquote gab und unter diesen dann gelost wurde, wer zu den Auserwählten zählte!

Aber mit Losglück hätte es dann ja geklappt? – Nicht unbedingt, da erst in einem zweiten Schritt die eingelosten 1,0er auf die unterschiedlichen Studienorte verteilt wurden. Logisch, dass da nicht alle Ortswünsche berücksichtigt werden konnten und es an einigen Orten zu viele Abiturbeste Bewerber gab. Dieser „Schritt 2: Entscheidung über den Studienort“ bei Hochschulstart hat es in sich:

Es gibt Hochschulen wie Bochum, Bonn, Dresden, Duisburg-Essen, ... an denen zu diesem Wintersemester jeder Abiturbeste einen Platz erhalten hatte, sofern er diese Unis in seiner Sechser-Bewerbungsliste genannt hatte.

Es gibt aber auch sehr begehrte Studienorte mit zu vielen Abiturbesten. Beispiel: die Unis in Münster oder Heidelberg. An beiden Orten entschied über die Zulassung in der Abiturbestenquote im zweiten Schritt die sog. Ortspräferenz (an welcher Stelle auf der Sechserliste wurde die Uni genannt), dann der Abischnitt, danach dann die genau im Abitur erreichte Punktzahl (wobei von einer Maximalpunktzahl von 840 ausgegangen wird). An beiden Orten ergab sich: man musste zunächst mal überhaupt zu den Abiturbesten gehören, dann die Uni an erster Stelle genannt haben, durfte einen Abischnitt von nicht schlechter als 1,0 haben und musste mindestens 804 Punkte (von max. 840) im Abitur erreicht haben, was schon fast eher einem Abischnitt von 0,9 entsprechen würde...

Also: Wer zu den Besten der Besten gehört, muss sich trotz allem ebenfalls strategisch richtig bewerben. Eine Bewerbung ausschließlich in der Abiturbestenquote ist grob fahrlässig, auch die Nennung von nur einer Hochschule kann sich mit einem Ablehnungsbescheid rächen.

Vielmehr sollte jeder noch so gute Bewerber wissen, dass sich im Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH, 60% der Studienplätze werden so vergeben) der Wunschort sehr oft strategisch sicherer ansteuern lässt. Und falls dann in der Abiturbestenquote „alle Stricke reißen“ hat man im Auswahlverfahren der Hochschulen noch sechs weitere Hochschulen in der Hinterhand.

EDU-Institut: Institut für Studien- und Berufsberatung

Häufige Irrtümer bei der Bewerbung für ein Human-, Zahn- oder Tiermedizin Studium ausschließen und Informationen zur Verbesserung der Bewerbungsstrategie erhalten. Dietmar Schmale, Studienberater beim Edu-Institut hilft gerne weiter. www.edu-institut.de/studienberatung