Der Weg zum Medizinstudium: Macht eine Klage Sinn? 

Schon während der Schulzeit fassen viele junge Menschen den Plan, später einmal Medizin zu studieren. Doch der Traum vom weißen Kittel wird nur für wenige Schüler auf Anhieb zur Realität. Das Problem: Im Weg stehen einem Medizinstudium meist eine Abiturnote und ein ziemlich strenger Numerus Clausus, die einfach nicht zusammenpassen wollen. Trotzdem könnt ihr auch ohne 1er-Abi mit eurem Wunschstudium beginnen. Meist braucht es nur eine große Portion Geduld und Durchhaltevermögen.

Der NC ist zu hoch: Was jetzt?

Erst einmal nicht verzagen. Denn zu einem der begehrten Studienplätze führen mehrere Wege:

  • Das Losverfahren: Hier vergeben die Unis direkt in einer Art Lotterie freie Medizinplätze, die nach Ablauf der offiziellen Auswahlverfahren unbesetzt geblieben sind. Die Bewerbungsphase findet meist im laufenden Semester statt. Einfach alle nötigen Unterlagen an die jeweilige Uni schicken und mit ganz viel Glück bekommt ihr den Platz. Einziger Nachteil: Flattert die Zusage tatsächlich ins Haus, hat das Semester schon längst begonnen.


  • Wartesemester nutzen: Hier braucht ihr auf alle Fälle eine Menge Geduld. Am Ende ist euch der Studienplatz in der Regel aber sicher. In Semestern gemessen, versteht man unter der Wartezeit den Zeitraum, der seit Verleihung der Hochschulstudienberechtigung verstrichen ist. Und der beträgt durchschnittlich 12 bis 15 Halbjahre. Semester, in denen ihr bereits an einer Uni eingeschrieben wart, werden nicht berücksichtigt. Stattdessen könnt ihr die Wartezeit sinnvoll für Praktika oder eine Ausbildung im medizinischen Bereich nutzen.


  • Umweg über das Ausland: Für viele Absolventen das letzte Mittel, um möglichst zügig mit dem Medizinstudium zu beginnen. Beliebt sind besonders Österreich oder Ungarn, weil es dort keinen expliziten NC gibt. Dagegen warten auf euch im Ausland meist harte Aufnahmeprüfungen und zum Teil sprachliche Hürden. Eine gute Nachricht gibt es jedoch: Medizinabschlüsse aus EU-Mitgliedstaaten werden in Deutschland problemlos anerkannt.

Macht eine Klage Sinn?

Meistens sind Rechtsmittel die Ultima Ratio, um den Traum von der Medizinkarriere in Angriff zu nehmen. Um das Verfahren ins Rollen bringen, ist in den meisten Fällen ein Antrag bei der Hochschule sowie ein gerichtliches Eilverfahren notwendig. Zudem gelten an vielen Unis strenge Klagefristen, über die ihr euch am besten rechtzeitig informiert. Zudem empfehlen Anwälte bei besonders beliebten Studiengängen, gleich mehrere Unis zu verklagen. So sind die Erfolgsaussichten höher. Also viel bürokratischer Aufwand, für den ihr euch professionelle Hilfe holen solltet. Über das detaillierte Klageverfahren könnt ihr euch in diesem Ratgeber zweier Rechtsanwälte informieren.

Wie sind die Erfolgsaussichten?

Eine Klage ist zum einen immer ratsam, weil ihr dadurch Gebrauch eures Grundrechtes auf Berufsfreiheit macht. Zudem könnt ihr durch den Einsatz von Rechtsmitteln sogenannte „versteckte“ Studienplätze aufdecken, die von Hochschulen aus verschiedenen Gründen oftmals nicht korrekt angegeben werden. Kommen so genügend Plätze für die Anzahl der Kläger ans Tageslicht, hat jeder von ihnen ein Anrecht auf einen Studienplatz. Gibt es jedoch mehr Kläger als Plätze, entscheidet am Ende das Los. Es kommt als wieder auf das entscheidende Quäntchen Glück an.

Wer kann weiterhelfen?

Nützliche Informationen zum Thema Studienplatzklage liefern spezielle Plattformen im Internet, auf denen sich auch Betroffene austauschen. Am besten seid ihr jedoch beim Rechtsanwalt eures Vertrauens aufgehoben.