Humanmedizin in Deutschland

In Deutschland kann derzeit an über 50 Universitäten Humanmedizin studieren werden. 42 davon sind in staatlicher und rund 10 privat. Der Zugang zum Medizinstudium ist durch hohe Zulassungsgrenzen für viele blockiert, denn die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber übertrifft die Zahl der Studienplätze, die zum Winter- und Sommersemester angeboten werden, bei weitem.

Medizinische Universitäten in Deutschland - Liste und Karte

In Deutschland kann man auf drei Arten Humanmedizin studieren
  • Studium an staatlichen Universitäten
  • Studium an privaten Universitäten
  • Studium bei der Bundeswehr

Das Medizinstudium an staatlichen Universitäten

In Deutschland kann das Medizinstudium zum Winter- und zum Sommersemester aufgenommen werden. Im Wintersemester 2025/26 haben sich 31.543 Abiturientinnen und Abiturienten um einen der 10.281 Humanmedizinstudienplätze an einer staatlichen Universität beworben. Zum Sommersemester bieten nur einige wenige Universitäten Studienmöglichkeiten an. Im Sommersemester 2025 waren dies 1.799 Plätze, auf die sich 11.093 Interessenten beworben haben. Das Studium an staatlichen Universitäten ist kostenlos, lediglich ein Semesterbeitrag (etwa in Höhe von 150 – 400 €) ist für das Semesterticket und andere soziale Leistungen der Uni zu bezahlen.

Baden-Württemberg
Universität Freiburg
Universität Heidelberg
Universität Heidelberg/Mannheim
Universität Tübingen
Universität Ulm

Bayern

Universität Augsburg
Universität Erlangen-Nürnberg
Universität Erlangen-Nürnberg/Bayreuth
Ludwig-Maxillians-Universität München (bis zum 1. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung, dann Fortsetzung wahlweise an der TU München (nur Klinischer Abschnitt) oder an der LMU München)
Universität Regensburg/Medizincampus Niederbayern
Universität Würzburg

Berlin
Humboldt-Universität Berlin
Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem

Hamburg
Universität Hamburg

Hessen
Universität Frankfurt am Main
Universität Gießen
Universität Marburg

Mecklenburg-Vorpommern
Universität Greifswald
Universität Rostock

Niedersachsen
Universität Göttingen
Universität Hannover
Universität Oldenburg

Nordrhein-Westfalen
Universität Aachen
Universität Bielefeld
Universität Bochum
Universität Bonn
Universität Bielefeld
Universität Düsseldorf
Universität Duisburg-Essen
Universität Köln
Universität Münster

Rheinland-Pfalz
Universität Mainz/Medizincampus Trier

Saarland
Universität Saarbrücken

Sachsen
Universität Dresden/Chemnitz
Universität Leipzig

Sachsen-Anhalt
Universität Halle-Wittenberg
Universität Magdeburg

Schleswig-Holstein
Universität Kiel
Universität Lübeck

Thüringen
Universität Jena

Das Medizinstudium an privaten Universitäten

In Deutschland gibt es derzeit rund 10 Studienmöglichkeiten an privaten Universitäten:
Besonderheit: Asklepios Campus Hamburg (Teil der Semmelweis Universität Budapest; Studium nur nach abgeschlossener Vorklinik möglich).

An privaten Hochschulen fallen, im Gegensatz zu den staatlichen Universitäten, Studiengebühren an, die oft pro Semester im 5-stelligen Bereich liegen können. Auch die Auswahlverfahren sind anderes aufgebaut als die staatlicher Hochschulen.

Das Medizinstudium bei der Bundeswehr

Die Bundeswehr bietet Studienmöglichkeiten im Bereich Medizin an. Sie hat keine eigene Medizinische Hochschule, sondern belegt Plätze an den oben genannten staatlichen Universitäten. Man verpflichtet sich für 17 Jahre und kann bei entsprechender militärischer Eignung ein Medizinstudium an den zivilen Universitäten absolvieren. 
Bundeswehrkarriere

Landkarte Hochschulmedizin

Um sich zu orientieren und herauszufinden, wo man am besten studieren kann, hilft diese Website: Landkarte Hochschulmedizin

Ziel der Aktualisierung und Erweiterung der Landkarte Hochschulmedizin ist, zu einer verbesserten Transparenz und Vergleichbarkeit hinsichtlich der Aktivitäten, Schwerpunktsetzungen und Kapazitäten der Hochschulmedizin in Forschung, Lehre und Krankenversorgung beizutragen. Zielgruppen sind neben dem Fachpublikum (Medizinische Fakultäten, Universitätsklinken, Wissenschaftspolitik und -administration) auch Wissenschaftler/-innen, Student/-innen und Wirtschaftsvertreter/-innen.

Die Landkarte Hochschulmedizin wurde beauftragt und finanziert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Der Aufbau eines „klassischen“ Medizin-Studiums

Das Studium der Humanmedizin ist bundesweit ein Staatsexamensstudiengang und hat eine Regelstudienzeit von sechs Jahren und drei Monaten (13 Semester). Es schließt mit dem Dritten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung ab. Nach erfolgreichem Abschluss kann bei der zuständigen Landesbehörde die Approbation als Ärztin bzw. Arzt beantragt werden.

Der Studiengang gliedert sich grundsätzlich in:

  • den vorklinischen Studienabschnitt (vier Semester),
  • den klinischen Studienabschnitt (sechs Semester),
  • das Praktische Jahr (zwei Semester).

Viele Universitäten bieten heute Modell- oder Reformstudiengänge an, die den klassischen Aufbau teilweise verändern. Unabhängig von der Studienstruktur führen alle staatlich anerkannten Studiengänge zum gleichen Abschluss und erfüllen die Anforderungen der Approbationsordnung für Ärztinnen und Ärzte.

Vorklinischer Studienabschnitt
Hier hat man es zunächst mit den Fächern Biologie für Mediziner, Chemie für Mediziner, Physik für Mediziner zu tun. Darauf aufbauend dann die sog. ''großen'' Fächer Biochemie, Physiologie sowie Anatomie (mikroskopisch sowie makroskopisch, sog. Präparier-Kurs). Das Ganze wird ergänzt durch die Fächer Soziologie und Psychologie. Zur Vorbereitung auf den Anatomiekurs muss man den Kurs Terminologie (abgespeckter Lateinkurs) belegen. Weitere Studienmodule wie ''Einführung in die klinische Medizin'', Ausbildung in Erster Hilfe, evtl. Berufsfelderkundung kommen hinzu.

Physikum (1. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung) Nach dem vorklinischen Studienabschnitt legen die Studierenden den Ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung (M1) ab, der umgangssprachlich weiterhin als Physikum bezeichnet wird. Voraussetzung für die Zulassung ist unter anderem der Nachweis eines dreimonatigen Krankenpflegedienstes, der vor oder während des Studiums absolviert werden kann.

Der Erste Abschnitt der Ärztlichen Prüfung besteht aus

  • einem schriftlichen Teil mit Multiple-Choice-Aufgaben sowie
  • einem mündlich-praktischen Teil.

Mit dem erfolgreichen Bestehen beginnt der klinische Studienabschnitt.

Klinischer Studienabschnitt Hier geht es dann um den kranken Menschen und man hat vielfältige Patientenkontakte sowie auch ins Studium integrierte Stationspraktika, lernt also zum Teil direkt in Krankenhäusern vor Ort. Fächer wie Chirurgie, Allgemeinmedizin, Pathologie, Augenheilkunde, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Innere Medizin, Pharmakologie/Toxikologie, Immunologie, Neurologie, Notfallmedizin und viele weitere müssen absolviert werden.

Famulatur
Während des klinischen Studienabschnitts ist eine viermonatige Famulatur zu absolvieren. Sie dient dazu, praktische Erfahrungen in unterschiedlichen medizinischen Versorgungsbereichen zu sammeln.

Die Famulatur umfasst insgesamt vier Monate und muss in verschiedenen Einrichtungen abgeleistet werden. Hierzu zählen beispielsweise:

  • Krankenhäuser
  • Arztpraxen
  • Einrichtungen der ambulanten Versorgung

Die genaue Ausgestaltung richtet sich nach der Approbationsordnung.

"Hammerexamen" (2. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung)
Nach drei Studienjahren im Klinischen Abschnitt legt man den Zweiten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung ab. Es handelt sich hierbei um eine schriftliche Prüfung in den bisher gelernten klinischen Fächern. Unter Studierenden wird diese Prüfung auch als ''Hammerexamen'' bezeichnet.


Praktisches Jahr
Das letzte Jahr des Medizinstudiums im Klinischen Abschnitt heißt Praktisches Jahr. Es ist gegliedert in drei Ausbildungsabschnitte von jeweils 16 Wochen: Innere Medizin, Chirurgie oder Wahltertial. Hier kann und soll man das bisher Gelernte in Kliniken direkt am Patienten anwenden.

3. Staatsexamen
Nach Abschluss des Praktischen Jahres legen die Studierenden den Dritten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung (M3) ab. Diese Prüfung besteht aus einem mündlich-praktischen Prüfungsteil, in dem insbesondere klinische Entscheidungsfindung, Untersuchungstechniken, Diagnostik sowie der Umgang mit Patientinnen und Patienten bewertet werden. Mit dem erfolgreichen Bestehen des M3 ist das Medizinstudium abgeschlossen. Anschließend kann bei der zuständigen Landesbehörde die Approbation beantragt werden, die zur Ausübung des ärztlichen Berufs berechtigt.

Promotion: Der Doktortitel (Dr. med.)
Die Promotion ist keine Voraussetzung für die ärztliche Berufsausübung. Wer nach dem Studium als Ärztin oder Arzt tätig werden möchte, benötigt ausschließlich die Approbation.

Viele Medizinstudierende entscheiden sich dennoch für eine Promotion, um den akademischen Grad Dr. med. zu erwerben. Je nach Universität kann die Promotionsarbeit bereits während des Studiums oder erst nach dem Staatsexamen begonnen bzw. abgeschlossen werden.

Die Dauer einer Promotion variiert je nach Forschungsprojekt erheblich und kann von wenigen Semestern bis zu mehreren Jahren reichen. Die Themen stammen aus den Bereichen Grundlagenforschung, klinische Forschung oder Versorgungsforschung.

Modell- oder Reformstudiengänge
Neben dem klassischen Regelstudiengang bieten zahlreiche medizinische Fakultäten inzwischen Modellstudiengänge oder integrierte Curricula an. Diese unterscheiden sich vor allem in der Organisation des Studiums, nicht jedoch im Abschluss.

Typische Merkmale moderner Studiengänge sind:

  • frühzeitiger Patientenkontakt bereits in den ersten Semestern,
  • fächerübergreifender Unterricht statt einer strikten Trennung einzelner Disziplinen,
  • problemorientiertes Lernen (Problem-based Learning, PBL bzw. POL),
  • praxisnahe Lehrformate in Simulationszentren,
  • verstärkte Vermittlung kommunikativer Kompetenzen,
  • digitale Lehr- und Lernangebote.

Unabhängig vom Studienmodell schließen alle staatlich anerkannten Studiengänge mit dem Staatsexamen ab und berechtigen nach Erteilung der Approbation zur ärztlichen Berufsausübung.

Hochschulwechsel
Ein Wechsel zwischen medizinischen Fakultäten ist grundsätzlich möglich, kann jedoch insbesondere zwischen Regel- und Modellstudiengängen mit Schwierigkeiten verbunden sein.

Da viele Universitäten ihre Studiengänge unterschiedlich strukturieren, können Studienleistungen nicht immer vollständig anerkannt werden. Ein Hochschulwechsel kann daher eine Verlängerung der Studiendauer nach sich ziehen.

Studieninteressierte sollten sich vor einem geplanten Wechsel frühzeitig bei den zuständigen Studienbüros der beteiligten Universitäten informieren.

Facharztausbildung
Erst nach dem Studium kann man dann berufsbegleitend eine Gebietsarztweiterbildung (sog. Facharzt) machen, diese dauert je nach Fachrichtung meist 5 bis 6 Jahre und richtet sich nach den Weiterbildungsordnungen der Landesärztekammern auf Grundlage der Muster-Weiterbildungsordnung der Bundesärztekammer. In dieser Zeit ist man als Assistenzarzt z.B. in einem Krankenhaus tätig und hat dann auch schon ein Einkommen. Die Weiterbildung läuft also berufsbegleitend nach dem Studium. Wie so etwas dann genau aussieht, kann man in der'' (Muster-)Weiterbildungsordnung'' der Bundesärztekammer hier nachlesen.