Mit dem Medizinertest zum Medizinstudium

Wer in Deutschland Medizin studieren möchte, hat es nicht unbedingt leicht, denn auf die gut 9.000 Studienplätze kommen jährlich etwa 40.000 Bewerber. Wer da keinen besonders guten Numerus Clausus hat, muss mit Absagen oder einer langen Wartezeit rechnen. Es gibt jedoch eine Möglichkeit, das Aufnahmeverfahren positiv zu beeinflussen: Durch das Ablegen des Tests für Medizinische Studiengänge (TMS). Schließt man diesen mit einem sehr guten Ergebnis ab, stehen die Chancen auf einen Medizinstudienplatz schon deutlich besser. Aber was genau ist der sogenannte Medizinertest eigentlich?

Der Test für Medizinische Studiengänge überprüft die Studierfähigkeit der Bewerber für den Fachbereich Medizin. Dabei werden vor allem naturwissenschaftliche und medizinische Themenbereiche überprüft. So soll festgestellt werden, ob der Bewerber in der Lage ist, Informationen zu erfassen und zu interpretieren, wie es um sein visuelles Wahrnehmungsvermögen und sein räumliches Denken bestellt ist und wie gut er mit Formeln und Einheiten umgehen kann. Der Test teilt sich dabei in verschiedene Untertests auf, zu denen folgende Aufgabengruppen zählen:

  • Medizinisches und naturwissenschaftliches Grundwissen
  • Schlauchfiguren
  • Muster zuordnen
  • das Lösen quantitativer und formaler Problemstellungen
  • konzentriertes und sorgfältiges Arbeiten
  • Merkfähigkeitstest mit Einprägungs- und Reproduktionsphase
  • Figuren und Fakten lernen
  • Erfassung und Interpretation bzw. Auswertung von Tabellen und Diagrammen

Der Test findet einmal jährlich statt und die Teilnahme ist freiwillig. Wer sich entscheidet, den Medizinertest in Deutschland abzulegen, sollte sich auf jeden Fall sehr gründlich vorbereiten, denn jeder Bewerber darf nur ein einziges Mal an diesem Test teilnehmen. Fällt das Ergebnis nicht zufriedenstellend aus, gibt es also keine Möglichkeit, sich noch einmal zu verbessern.

Die Anmeldung für den Test erfolgt ausschließlich online, der Anmeldezeitraum ist in der Regel von Dezember bis Januar. Ablegen kann den Test für Medizinische Studiengänge in Deutschland jeder, der ihn noch nicht zu einem früheren Zeitpunkt abgelegt hat und über eine Hochschulzugangsberechtigung verfügt. Bei minderjährigen Bewerbern muss jedoch zusätzlich das schriftliche Einverständnis der Eltern vorliegen. Die Kosten für den Test belaufen sich derzeit auf 73 Euro und sind nicht erstattungsfähig. Erst mit Eingang der Zahlung wird die Anmeldung zum Medizinertest verbindlich.

Medizin studieren - Medizinertest für de Zulassung

Alternative: Medizinstudium in Österreich

Neben dem Medizinstudium in Deutschland gibt es auch die Möglichkeit, das Studium in Österreich zu absolvieren. Hierfür stehen die Medizinischen Fakultäten der Universitäten Wien, Graz, Innsbruck und Linz zur Wahl. Anders als in Deutschland haben in Österreich die Abitur- bzw. Maturanoten keinen Einfluss auf die Studienplatzvergabe. Stattdessen ist hier ein Medizinertest verpflichtend, der sogenannte Medizinische Auswahltest, kurz MedAT. Auch er findet einmal jährlich statt, die Zulassungsfrist ist jedoch über die einzelnen Universitäten geregelt. Wer sich bewerben möchte, sollte sich also frühzeitig über Fristen und Termine informieren. Auch hier erfolgt die Bewerbung online, eine Testteilnahme kostet 110 Euro und die Anmeldung ist erst mit Eingang der Zahlung verbindlich.

Wer den MedAT ablegen möchte, muss sich bereits bei der Anmeldung entscheiden, an welcher Universität er studieren möchte, denn anders als der deutsche TMS ist der MedAT nur für die Universität gültig, an der man sich dafür angemeldet hat. Da der MedAT jedes Jahr Anfang Juli an allen vier Universitätsstandorten gleichzeitig abgelegt wird, bringt es auch nichts, sich für mehrere Standorte gleichzeitig anzumelden. Auch ein Studienplatzwechsel ist nach erfolgreich bestandenem MedAT in der Regel nicht möglich.

Zwar ist die frühzeitige Festlegung auf einen Studienplatz ein Nachteil des MedAT, doch er hat auch einen sehr großen Vorteil: Im Gegensatz zum TMS darf man den Medizinischen Auswahltest so oft wiederholen, wie man möchte. So kann man gegebenenfalls nach einem schlechten Ergebnis an seinen Schwachstellen arbeiten und sich beim nächsten Mal deutlich verbessern.

Zu den Testinhalten des MedAT für Humanmedizin zählen:

  • Biologie, Mathematik, Chemie und Physik
  • Figuren zusammensetzen und Implikationen erkennen
  • Allergieausweise
  • Zahlenfolgen
  • soziales Entscheiden und
  • das Erkennen von Emotionen
  • Textverständnis und Wortflüssigkeit

Bedenken sollte man beim MedAT auch, dass für ausländische Studienplatzbewerber lediglich 20% der Studienplätze an den medizinischen Fakultäten zur Verfügung gestellt werden. Auch hier ist also, genau wie beim TMS, letztlich das Ergebnis ausschlaggebend.

TMS oder MedAT – Die richtige Vorbereitung

Egal, ob man sich nun für den Test für Medizinische Studiengänge oder den Medizinischen Auswahltest oder vielleicht gar beide anmeldet, fest steht: die alleinige Teilnahme am Test genügt nicht aus, um einen Studienplatz zu erhalten, es muss auch ein gutes Ergebnis vorliegen. Daher sollte auf jeden Fall sehr frühzeitig mit der Vorbereitung begonnen werden. Für beide Testverfahren gibt es Bücher zum Selbststudium mit Lerninhalten, Aufgaben und Lösungen. Aber auch online finden sich viele Lernhilfen wie beispielsweise Onlineforen, in welchen sich künftige und ehemalige Testteilnehmer austauschen können. Wer ganz sicher gehen möchte, kann auch einen Vorbereitungskursbesuchen oder ein Onlineseminar z.B. bei Praepkurs-Medizinertest.de belegen. Gerade für diejenigen, die sich absolut unsicher sind, was sie für die Tests können sollten, bietet sich letztere Option an. Denn mit der richtigen Vorbereitung steht einem guten Ergebnis nichts mehr im Weg und man kommt seinem Traum vom Medizinstudium schon einen großen Schritt näher.